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Häufig gestellte Fragen zur Harmonika

Jeder neue Harmonikaspieler stellt zu Beginn fast immer die gleichen Fragen. Hier werden diese möglichst einfach und schnell beantwortet — auch Fragen zur Anschaffung des richtigen Instruments.

Die "Steirische" ist ein diatonisches, wechseltöniges Akkordeon, wobei die Knöpfe in drei bis fünf Reihen angeordnet sind und jede Reihe in einer bestimmten Tonart gestimmt ist. Diatonisch bedeutet, dass in jeder Reihe nur die Töne für eine Tonart vorhanden sind. Wechseltönig bedeutet, dass auf Zug und Druck mit der gleichen Taste verschiedene Töne erklingen.

Bei der "Steirischen" erklingen auf Druck ausschließlich die Dreiklangstöne der jeweiligen Tonart, auf Zug im Prinzip mit geringen Ausnahmen die Töne des Dominantseptakkordes.

Eine genauere Erklärung findet sich unter Grundlegende Infos.

Eigentlich können nur Sie selbst diese Frage beantworten. Jeder muss selbst den Klang mögen, den das Instrument hervorbringt und es technisch oder mit seinen Kräften bewältigen. Es wird hier keine Empfehlung für eine bestimmte Marke oder Type gegeben, sondern nur einige Entscheidungshilfen.

Für Volksmusik reicht meist die dreireihige Harmonika aus. Es gibt kein Stück in der alpenländischen Volksmusik mit mehr als drei zusammenpassenden Tonarten. Allerdings kommen in vielen Stücken tonartfremde Nebentöne vor, die auf einer größeren Harmonika eher zu finden sind.

Zum Erlernen ist für Anfänger und vor allem für Kinder die dreireihige Harmonika ausreichend. Für Fortgeschrittene ist die Vierreiher sicher besser und vielseitiger verwendbar. Die Fünfreiher ist schon ziemlich schwer und wird daher selten verwendet.

Zusatzknöpfe auf der Diskantseite können fehlende chromatische Töne (Halbtöne) bringen. Für manche schwierigen Stücke sind sie von großem Vorteil. Man sieht sie immer mehr — die zwei oder vier Knöpfe innerhalb der inneren Reihe — sie haben sich aber noch nicht allgemein durchgesetzt.

Wolfram Märzendorfer schreibt dazu: „Die Eigenart des Instrumentes ist immer noch ihre Klangcharakteristik. Die diatonische Stimmung nur als eine lückenhafte Chromatik zu verstehen, geht am Wesen des Instrumentes vorbei."

Mit welchen Instrumenten wollen Sie zusammenspielen? Danach richtet sich die Tonart. Bei Solospielern ist häufig B-Es-As vertreten, da der tiefere, sonore Klang angeblich besser klingt. Diese Tonarten sind auch gut geeignet, mit Blechbläsern zusammenzuspielen.

Wollen Sie zur Harmonika singen, dann richtet sich die optimale Tonhöhe nach Ihrer Stimmlage. Oft wird zur Klarinette mit einer dreireihigen Harmonika C-F-B gespielt, zu Geige und zum Singen mit einer vierreihigen Harmonika A-D-G-C.

Das hängt nicht nur vom Klang ab, sondern auch von Ihren Kräften. Die dreichörige Harmonika braucht viel mehr Luft und damit mehr Kraft, sie wiegt auch mehr. Die dreichörige hat einen runderen Klang, ist lauter und passt daher besser zu Blasinstrumenten oder zur Tanzlmusi.

Viel oder wenig Schwebung ist Ansichtssache. Je mehr Schwebung, desto durchdringender und schriller wird der Ton — er setzt sich aber auch besser gegen andere Geräusche durch. Weniger Schwebung bringt weicheren, sanfteren Klang.

flachFür Zusammenspiel mit Stubenmusikinstrumenten (Harfe, Zither, Gitarre) oder konzertantes Solospiel
mittelFür Zusammenspiel mit Geigen
kräftigFür Begleitung einer Tanzlmusik
sehr kräftigFür Solo-Tanzmusikanten, die sich gegen Hintergrundlärm durchsetzen müssen

Klangbeispiele finden Sie auf der Seite der Firma Öllerer unter Klangbeispiele verschiedener Tremolos.

Mollbässe sind wichtig, da in der Volksmusik immer wieder Mollakkorde vorkommen. Traditionell wurden in der Steiermark immer Harmonikas mit Mollbässen gebaut. Heute muss man sie beim Kauf ausdrücklich verlangen oder nachträglich einbauen lassen.

Durch Mollbässe hat man die Möglichkeit, vieles aus der alpenländischen Volksmusik harmonisch richtig zu spielen, das sonst nicht möglich wäre.

Das richtet sich ganz nach Ihren Gewohnheiten. Man gewöhnt sich an beides und schwört dann auf das eigene System. Die Lufttaste drückt man mit dem Daumen, den Luftknopf mit der hohlen Hand — beides geht gleich leicht.

Natürlich gibt es Qualitätsunterschiede: besseres Klangholz, haltbarere oder leichtgängigere Mechanik. Häufig ist der Preisunterschied aber auf Äußerlichkeiten zurückzuführen — echte Federkielstickerei, handgefertigte Kerbschnitzerei oder den prominenteren Namen der Erzeugerfirma.

Neue Harmonikas bekommen Sie beim Musikalien-Händler in Ihrer Umgebung oder direkt beim Erzeuger. Unter Harmonikahersteller sind alle bekannten Hersteller aufgelistet.

Gebrauchte Harmonikas findet man häufig beim Erzeuger (Rücknahme bei Neukauf) oder über Kleinanzeigen wie willhaben.at.

Die Steirische gilt als Volksmusikinstrument — und Volksmusik macht Freude. Die technische Machbarkeit hat aber enge Grenzen: Es gibt nur drei oder vier vollständige Dur-Tonarten, und verminderte Akkorde oder ähnliches sind nicht vorhanden.

Wenn Sie ein Stück gern spielen, dann spielen Sie es so, wie es Ihnen möglich ist. Wenn es dann für Sie selbst grauslich klingt, lassen Sie es lieber.

Eine Knöpferlharmonika hat auf der Bassseite 4 Knöpfe — auf denen möchte sie stehen, wenn sie nicht gebraucht wird. Das ist gut für Stimmung und Lederventile.

Aufbewahrt sollte sie im Koffer oder Rucksack werden, in temperierten Räumen — nicht neben Heizkörpern, nicht im Sommer im Auto.

Bei größeren Temperaturunterschieden (z.B. von drinnen nach draußen im Winter) sollte die Harmonika vor dem Spiel klimatisiert werden: mit gedrücktem Luftknopf einige Male auf- und zuziehen, bis innen und außen die gleiche Temperatur herrscht. So vermeidet man Kondensation und Rosten der Metallzungen.